Bild von Frau C.

Erfolgsgeschichte von Frau C.

Erzählt und geschrieben von Julie Leube (NIFA plus-Beraterin der AGDW in Stuttgart):

Mit 21 Jahren kommt Frau C. im Januar 2023 mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie ist Kurdin aus der Türkei und stellt einen Asylantrag. Schon zu dem Zeitpunkt weiß sie, dass sie unbedingt einen medizinischen Pflegeberuf erlernen will. Schon früh informiert sie sich darüber, wie die Ausbildung in Deutschland aufgebaut ist und kommt schließlich über die Sozialarbeiterinnen ihrer Gemeinschaftsunterkunft zum Projekt NIFA plus der AGDW in Stuttgart.

Frau C. blickt heute zurück: „Die Mitarbeitenden vom NIFA plus-Projekt haben mir viele Informationen gegeben, wie man eine Ausbildung findet und wie man sich bewirbt. Auch über die Ausbildung selber, z.B. dass es Fachkraft gibt und Helferausbildung, habe ich viele Informationen bekommen. Wenn man nicht in Deutschland aufgewachsen ist, weiß man das nicht oder es ist schwer, diese Informationen zu finden.Und lachend ergänzt sie: „NIFA plus ist besser als mein Anwalt, dem ich viel Geld bezahle.“
Sehr schnell kann sie eine 2-tägige Hospitation auf der Intensivstation des Marienhospitals in Stuttgart absolvieren, um erste Einblicke in den Pflegeberuf zu bekommen. Dadurch bestätigt und hochmotiviert, besucht sie weiterhin den Deutschkurs, um sich sprachlich auf eine Ausbildung vorzubereiten und bewirbt sich für weitere Praktika. Mittlerweile wurde ihr 10-jähriger Schulbesuch der Oberschule als Hauptschulabschluss anerkannt und sie bewirbt sich mit Unterstützung von NIFA plus in und um Stuttgart für die Ausbildung zur Pflegehelferin.

Da sie sich nach wie vor im Asylverfahren befindet, benötigt sie für jede Beschäftigung die Erlaubnis der Ausländerbehörde. Ein beim städtischen Klinikum geplantes und zugesagtes Praktikum kann sie nicht antreten, da die Ausländerbehörde den Antrag auf Erlaubnis wochenlang nicht bearbeitet – leider Alltag in Stuttgart. Die Erlaubnis zum Antritt des Ausbildungsplatzes bei „Dienste für Menschen“ in Esslingen, den sie findet, erhält sie schließlich 6 Tage vor Ausbildungsbeginn! Vorangegangen waren wochenlange Bemühungen, die Ausländerbehörde Stuttgart zur Bearbeitung des Antrags zu bewegen – für Frau C. wie für unzählige andere Betroffene in Stuttgart eine Zitterpartie, die oft enttäuschend endet, wenn die Ausbildung oder der Job weg ist, weil vergeblich auf eine Antwort der Ausländerbehörde gewartet wird.

Zwar sind Stuttgart und Esslingen Nachbargemeinden, aufgrund der Entfernung zum Wohnort muss Frau C. jedoch um 3 Uhr morgens aufstehen, um in den Praxisphasen rechtzeitig ihren Dienst antreten zu können. Daher plant sie nach Esslingen umzuziehen. Den Vertrag für ein Zimmer im einrichtungseigenen Wohnheim hat sie längst in der Tasche, nur die Ausländerbehörden der Kommunen müssen den Antrag noch bearbeiten und bewilligen – leider wieder eine Hängepartie. Frau C. lässt sich davon nicht entmutigen. Auch nach einer langen Schicht und einem Tag, der um 3 Uhr in der Früh begann, kommt sie gut gelaunt in die NIFA plus-Beratungsstelle. Ihr Ziel ist nach Abschluss der Helferausbildung die Ausbildung zur Pflegefachkraft – Energie und den Elan dafür bringt sie auf jeden Fall mit: "In der Pflege müssen wir mit unserem Herz arbeiten. Das ist nicht nur eine Arbeit. Wir brauchen viel Empathie. Wenn ich eine Bewohnerin sehe, denke ich an meine Oma und dass sie auch an ihrer Stelle sein könnte. Es gibt so schöne Momente mit den Bewohnerinnen, ich vergesse dann, dass ich z.B. müde bin oder private Sorgen habe."

NIFA plus ist besser als mein Anwalt, dem ich viel Geld bezahle.

NIFA-plus Teilnehmerin Frau C.

Ich konnte NIFA plus immer kontaktieren, wenn ich Fragen hatte. Ich war so oft da. Auch nachdem ich meine Ausbildung begonnen habe, helfen sie mir weiter. Z.B. wegen meinem Asylverfahren und Aufenthalt, oder anderen Hilfen in der Ausbildung. Ich kann mit verschiedenen Themen zu ihnen kommen.

NIFA-plus Teilnehmerin Frau C.