Erzählt und geschrieben von Fabiana Reinhardt (ehemalige NIFA plus-Beraterin der Stadt Pforzheim):
Herr H. kam im Oktober 2021 von Afghanistan nach Deutschland. Nach seiner B1-Prüfung war er zunächst orientierungslos, doch im März 2023 kam er in die NIFA plus-Beratung, wo er die nötige Unterstützung erhielt, um eine Perspektive zu finden.
Anfangs musste er sich vielen Herausforderungen stellen, darunter fehlenden Rückmeldungen von unterschiedlichen Stellen: Jobcenter, Arbeitgeber, Ausländerbehörde, BAMF und Asylstellen. Durch die Betreuung von Frau Reinhardt wurde nachgehakt und dran geblieben und es konnten Fortschritte gemacht werden.
Es war nicht immer einfach für Herrn H., aber durch eigenständiges Engagement und seinen starken Willen konnte er in Pforzheim nicht nur seine Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch seinen in Afghanistan erreichten Schulabschluss anerkennen lassen. Nach diesen erreichten Meilensteinen wurde er in der NIFA plus-Beratung durch den Bewerbungsprozess begleitet. Zuvor hatte Herr H. einen Minijob in einem Dönerladen, durch den er seinen Lebensunterhalt mitfinanzieren konnte. In NIFA plus wurde erörtert, wo für ihn eine berufliche Zukunft liegen könnte und er fand eine langfristigere und stabilere Arbeitsstelle.
Herr H. erhielt die Möglichkeit, bei guten Noten und Leistungen nach seiner Einstiegsqualifizierung eine Ausbildung zu absolvieren. Durch sein hohes Engagement erreichte er dieses Ziel und begann im August 2024 eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer in der Fachrichtung Metall- und Kunststofftechnik bei Witzemann, einem renommierten Unternehmen in Pforzheim.
Der Leiter des Ausbildungszentrums sagt zu dem Fall von Herrn H: „Für uns als Firma Witzemann wird es auch immer schwerer, motivierte junge Leute zu finden; Stichwort Fachkräftemangel […]. Deswegen investieren wir auch sehr viel Zeit und Geld in die Ausbildung von jungen Menschen. Gerade im Fall von Herr H. hat sich das sehr bewährt. Er ist jetzt seit Ende letzten Jahres bei uns in der Werkstatt, hat sich vom ersten Tag an voll eingebracht, sich super ins Team integriert, war sich für nichts zu schade und hat auch schon ein Fingerspitzengefühl für Technik entwickelt. So wird er jeden Tag besser, verfeinert sein Können und hat noch sehr viel Potenzial.“
Auch ein Zimmer in einer WG konnte durch die Unterstützung der NIFA plus-Beraterin gefunden werden. Von da an suchte Herr H. selbstständig nach einer besseren Unterkunft und zog nach eineinhalbjähriger Suche vor Kurzem in eine eigene Wohnung ein.
Zwar wurde sein Asylantrag anfangs abgelehnt, jedoch erhielt er ein Bleiberecht nach §25b Abs 3. Inzwischen erfüllt er alle Voraussetzungen für eine Niederlassungserlaubnis und strebt eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis an.
Als nächsten Schritt möchte Herr H. seine Ausbildung mit Bravour beenden und sich weiterhin fortbilden. Er hat großes Interesse an Politikwissenschaften und könnte sich vorstellen, sich auch in diese Richtung weiterzuentwickeln. Herr H. ist optimistisch und tatkräftig. Um es in seinen Worten zu sagen: „Alles kein Problem. Deutschland ist ein Macherland.“